Mein schlimmster Alptraum, der Anfang… 

Wie ich ihn kennengelernt habe, hab ich ja schon kurz in einem anderen Beitrag angeschnitten. In einem Moment der Hilflosigkeit und ohne erkennbaren Fluchtweg. Es ging alles einfach viel zu schnell, um das Spiel zu durchschauen und reagieren zu können.

Groß, gutaussehend, lockerer Style, kein Modeltyp, trainiert, intelligent und humorvoll. Alles keine schlechten Eigenschaften, aber was sich dahinter verbirgt? Das wahre Gesicht. 

Wie man sich nur so krass täuschen kann, hätte ich niemals erwartet. Auch das ich heute noch weiß, wie seine Stimme klingt ist für mich sehr beängstigend. 

Früher hat er mir gepredigt, dass ich ihn niemals vergessen werde. Mein Leben lang an ihn denken werde. Damit hat er auch gar nicht so Unrecht gehabt. 

Vor etlichen Jahren habe ich meinen Facebook Account deaktiviert, weil er mir mit einem Zwinker und einem Sonnenschein-Emoji auf die Pinnwand gepackt hatte, dass man sich immer zweimal im Leben wiedersehen wird. Da hat er auch mit Recht gehabt. 

Ich nenne ihn mal Sebastian. 10Jahre älter, Gymnasium mit Bravour abgeschlossen, dann bei der Zeitung gelernt und hat mehrere Sprachen fließend gesprochen. Ein echt kluger Kopf, wenn es um Aktien und Finanzen und Manipulation ging. Das ist oft das Problem. Die Intelligenz der Täter. Er war bei der Fremden Legion und verließ sie aus Gründen, die ich niemals erfahren habe. Nur Fotos hab ich gesehen, wie er mit einem riesigen Gewehr im Schützengraben lag. Als ob ich mir gestern das Foto angeschaut hätte. 

Da ich aber schon von klein auf, in dieser Missbrauchsspirale drin hing, war ich ein leichtes Opfer. 

Als wir uns das erste Mal trafen, tranken wir zusammen, beziehungsweise er, er machte mir Komplimente, tat so als würde er meine Situation verstehen und vergewaltigte mich das erste Mal, in der Gartenlaube seines Zieh Vaters. 

Es war eine schwierige Situation, denn wenn dein Gegenüber darauf achtet, dass man ja mittrinkt, kleine Geschenke und Komplimente bekommt, und alles vernebelt ist, ist es schwer einen Missbrauch oder eine Vergewaltigung zu erkennen. #GinaLisa

Deshalb trinke ich kaum Alkohol. 

An den Abend kann ich mich noch ganz genau erinnern. Sogar an kleine Details. Die Stube von der Gartenlaube war mit Holzmöbeln eingerichtet und auf dem Tisch lag eine Plastiktischdecke mit orange-gelben Blumen drauf. Und es waren diese Holzstühle mit Polster und Verschnörkelungen an den Lehnen. Insgesamt war das eine Laube zum wohlfühlen. Nur Sebastian hat da nicht ins Schema gepasst. Sag ich ja, intelligent. Hat er wahrscheinlich nicht das erste Mal gemacht. Ich bin mir auch sicher, dass er einen schwarzen Strickpulli anhatte. 

Das ist jetzt glaube, 11 Jahre her. Das letzte Mal 7 Jahre. 

Das ist die Masche von solchen Typen. So fällt eine Vergewaltigung ja kaum auf, es würde Aussage gegen Aussage stehen und der Verzehr von Alkohol würde so einen Prozess nur erschweren. 

Er konnte mich doch gar nicht vergewaltigt haben. Er war so nett, wir waren vorher eine Kleinigkeit essen, er hatte mir Zigaretten geschenkt und hat mit mir gelacht. Vielleicht war das ja nur eine dominante Eigenart von ihm. 

Meine schlimmste Erinnerung ist, dass ich ab einen bestimmten Zeitpunkt nichts mehr weiß. Ab dem Zeitpunkt wo er mir ins Gesicht spuckte, ist die Erinnerung weg. 

Nur noch, dass ich blaue Flecken hatte und so erniedrigt wurde, wie noch niemals in meinem Leben davor. Am nächsten Morgen allerdings, tat er so als ob nichts gewesen wäre und hat Frühstück beim Bäcker geholt. (Warum ich überhaupt mit bin? Keine Ahnung. Hoffnung?) 

Eine nähere Verwandte hielt mich als Kind an den Oberarmen fest, beugte sich über mich und schaute wielange sie ihre Spucke ziehen konnte, bis sie mir ins Gesicht fällt. Immer wieder und wieder. Denke nicht, dass man Kinder so behandeln sollte. Ihr seht ja, dass ich mich immer noch daran erinnern kann und da war ich gerade mal ein kleines Kind. Hat auf jeden Fall seine Spuren hinterlassen, wenn man so erniedrigt und unterdrückt wird. 

Ich sag ja, Opfer-Täter Beziehungen sind sehr komplex und kaum nachzuvollziehen, wenn man es nicht erkennt. 

Also, hab ich gedacht, dass das alles vielleicht ganz normal wäre. Bisschen ruppig und ich hatte ja irgendwann lernen müssen, mich nicht so anzustellen. 

Nun war mein Vergewaltiger mein Freund. 

Er fing an ohne meines Wissens, mein Handy zu kontrollieren und wies mich an, sämtliche Nummern von Polizei oder Behörden zu löschen. Nun, war er ja da um mich zu beschützen. Natürlich fing ich an mich dagegen zu wehren, denn niemand ging an mein Telefon. Da hab ich bittere Schläge einstecken müssen. Ich weiß noch ganz genau, wie der Stress im Gange war. Auf der offenen Straße hab ich die Schläge bekommen. Die Haltestelle der Straßenbahn gerade mal 2Minuten entfernt. Fast hätte ich die Kraft gehabt einfach weg zu fahren. Doch, aus Schuldgefühlen und falscher Illusionen bin ich wieder zu ihm zurück. Ab da fing mein Albtraum aus dem ich nicht mehr aufwachen konnte, erst richtig an. 

Sebastian war ja auch so lange super lieb, wie man ihm keinen Grund gab. Er führte mich zum Essen aus und kümmerte sich. Immer wieder durfte ich mir anhören, was für ein Glück ich gehabt hätte an ihn zu geraten zu sein. Weil, ich hässlicher Vogel nur zu dem geworden bin, was er aus mir gemacht hat. Wenn ich heute über seine Sätze von damals nachdenke, muss ich leicht schmunzeln…. Ja, ein hässlicher Vogel war ich noch nie, aber das ich sein Werk geworden bin, stimmt sogar. Nicht nur sein Verdienst, da haben noch Andere mitgewirkt. 

Doch damit gerechnet, dass ich nun auf der anderen Seite stehe, hat Niemand. 

Also schauen wir uns mal an, was er da mit mir gemacht hat:

  • Vertrauen ergaunert
  • Situation ausgenutzt 
  • Druck aufgebaut und Angst gemacht 
  • Emotional abhängig gemacht 
  • Gewalt 

In meinen anderen Beiträgen wird das alles nochmal erklärt, dass ihr die Situation nachvollziehen könnt. 

Es ist easy kleine Mädchen zu beeindrucken, wenn man etwas darstellt. Egal, ob man auch dann wirklich real ist oder nur eine Mogelpackung ist. 

Ihr fragt euch jetzt sicherlich warum ich mich nicht eher von ihm getrennt habe oder ihn angezeigt habe? Aus Angst und Unwissenheit und auch Unsicherheit. Immer wieder wurde mir eingetrichtert,, dass ich ohne ihn keinen Job finden werde, nichts bin und niewieder ruhig schlafen konnte, weil mich ja Jeder von seinen Homies von Fotos kannte. 

Irgendwann saßen wir im Auto mit einem Handlanger von ihm, als er lachend erzählte, dass er mal wegen Vergewaltigung angezeigt wurde und die Anzeige aber fallen gelassen wurde, aus Mangel an Beweisen. Aussage gegen Aussage. 

Er beschützte mich ja vor meinen Stalker und war nett zu mir. Aber, sind wir mal ehrlich. Er hätte mich nicht gehen lassen. Das hat er nie getan. Irgendwie muss er mich so wahnsinnig geliebt haben, oder vielleicht war ich nur der Besitz? das er mir gar nicht die Möglichkeit überließ, wegzulaufen. Total durchgeknallt, vollkommen von der Realität abgeschossen. 

Er trank sehr viel, vorallem Vodka oder Whisky, um seinen Schmerz zu vergessen. Ich will ihn nicht gut reden, ganz im Gegenteil, aber leicht hatte er es auch nicht in seiner Kindheit. 

Die Wochen und die Monate vergingen, er schlug mich, missbrauchte mich, bewies mir, dass er seinen Hund mit der Faust schlug und das er deshalb hörig war. So komm ich mir heute vor. Wie ein Hund, der jahrelang in die Arena steigen musste. 

Wenn ich nicht spurte, bekam ich Schläge. Manchmal wachte er nachts noch besoffen auf und prügelte mich aus meinen Träumen, weil er dachte, dass ich gekifft hätte. Und hinterher entschuldigte er sich und missbrauchte mich. 

An einem Morgen trafen wir uns mit einem befreundeten Paar. Ihr fiel direkt auf, dass wieder etwas nicht in Ordnung war und schrie ihn an, warum ich weinend am Tisch sitzen würde. 

Meine Party war zu Ende, ich musste die Situation verlassen, weil es meine Schuld war, dass ich nicht lächeln konnte, weil er mich mit Schläge geweckt hat, um mich hinterher zu missbrauchen. Danke. Tzzz…. 

Es ist nicht so, dass ich mich niemals gewehrt hätte. Für die Leute die mich kennen, sollte das klar sein. Natürlich hab ich mich gewehrt, aber ehrlich was soll ich gegen einen 105kg Mann ausrichten? Außer drohen, dass er nachts mit einem wachen Auge schlafen musste? Mit der Polizei? Ja, auch keine Ahnung gehabt. 

Einmal hatte ich eine Diskussion mit einem Bekannten von mir/ einem Freund von ihm. Es war nichts Weltbewegendes. Ein Missverständnis, dass wir klären wollten und uns aber gegenseitig nicht verstanden. Also, meinte Sebastian sich einmischen zu müssen und Schiedsrichter zu spielen. Zieht euch mal diese Erniedrigung rein… Mein Gegenüber fing das Gespräch an, ich dementierte und boom! die Ohrfeige kam. „Ich sehe dir an, wenn du so könntest wie du wolltest…“ dieser Satz war an mich gerichtet und da hat er sogar Recht mit gehabt. 

Seine Machtposition ausnutzen konnte er ganz gut. 

Kampflos würde ich nie aufgeben. Das weiß auch mein Ex. 

Es wäre ja auch nur zu leicht gewesen, wenn ich sein einziges Opfer gewesen wäre. Sebastian machte keinen Hehl daraus, dass ich nicht die Einzige war. Er traf sich mit anderen Frauen, die ihm für Sex sein Kühlschrank voll machten oder Möbel kauften, Geld lieh, er nahm teilweise sogar in Kauf durch halb Deutschland zu fahren, um sich mit weiteren Frauen aus dem Internet zu treffen. Griechinnen, Bayrische oder polnische Mädels, doch seine größte Liebe war aus Ostdeutschland. Von ihr kam er anscheinend gar nicht los. Er erzählte mir von seiner Traumfrau und das er sie mal die Treppe runter getreten hatte, weil sie ihre Koffer nicht alleine tragen konnte. Saulustig fand er es, als er dann noch erzählte, wie sie sich die Nase zweimal gebrochen hatte. Auch total lustig, dass er das andere Mädel auf einen Wochenendtrip in Polen, sein Gürkchen trocken… Naja. Sein Ding war oder ist es wahrscheinlich noch zu quälen. Warum er mir das erzählt hat? Keine Ahnung. Angstmacherei? Ich erinnere mich auch noch, wie er immer grinste und lachte, wenn er mir von seinen Taten erzählte. 

Ich denke, dass der Beitrag heute ausreichend ist. 

Nur ein kleiner Auszug von meiner Vergangenheit… 

Das Letzte was ich noch anschneide, sind die körperlichen Konsequenzen die ich heute mit mir rumschleppen muss. 

  • Seit meiner Kindheit und den dort angefangen Misshandlungen, (gerade solch kleinen Dinger mit festhalten an den Oberarmen), haben heute die Konsequenz, dass ich mich da kaum mehr anfassen lassen kann. Die Berührungen tun sogar fast schon weh. 
  • Angstzustände und Panikattaken. (Bei mir Gott sei Dank, wirklich nur minimal. Davon lass ich mich sicher nicht mehr beherrschen. Da bin ich mit meiner Konfrontationstherapie sehr gut mit gefahren. Es sind ja nicht alle Menschen auf der Erde so.) 

Körperliche Nähe ging früher gar nicht. Eine kleine Berührung und schon zusammen gezuckt. Egal bei wem und wo. (Ganz ekelhaft, wenn man auf eine Party kommt und alle mit Küßchen Küßchen begrüßen soll. Das ist aber die Gesellschaft.)

  • Hochempfindlich. (Ich denke, dass mein Körper immer noch denkt, dass alle Berührungen etwas mit Schmerz zu tun haben.) Aber, glücklicherweise ist das auch schon besser geworden. 
  • Schmerzende Hautstellen. 

…… unter der Haut …… 

… Fortsetzung folgt … 

Missbrauch verarbeiten

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