Die Erziehung mit Angst

Ein ganz einfaches System. Tu das nicht, tu sell nicht, denn sonst wirst du deine Strafe dafür bekommen.

Was ich damit meine? Erklär ich jetzt.

Mein Ex war da ein Meister drin. So subtil, unglaublich geschickt, dass es die kleinen Mädchen glaubten und wahrscheinlich immer noch glauben was er da so erzählt. Einfach Gruselgeschichten mit gespielter Zuneigung und einem Lächeln und gaaaanz viel Sorge und Mitgefühl heucheln.

Mich hat er nur mit Angst erzogen. Die abgefahrenste Story war, heute schüttel ich den Kopf darüber, war, dass er mir erzählte das ein bestimmtes Polizeirevier bekannt für Missbrauch war und immer noch ist. Wohl eher unwahrscheinlich würd ich behaupten.

#Geschichtenerzählen

Heute weiß ich, dass er mir das nur erzählt hat, dass ich mich nicht an die Ordnungshüter wende.

Nicht wirklich hilfreich, wenn man mal in einer Notsituation sein sollte, in der man die Hilfe von außen benötigt oder beispielsweise an einem Unfall beteiligt ist und ne Aussage tätigen muss.

Naja.

Unterbewusste Kontrolle hat er damit ausgeübt. Kontrolle, dass er der einzige Ansprechpartner blieb, nachdem er alle Nummern aus meinem Telefon löschte.

Ob er auch anderen Mädels damit Angst machen könnte, weiß ich nicht. Bei mir hat das super funktioniert, da ich in meiner Kindheit und danach nicht die besten Erfahrungen mit den Grünen machen konnte.

Wenn man selber die größte Angst hat, ist es ein leichtes die eigene Angst authentisch auf andere zu übertragen.

Die Frau die mich für ein paar Jahre groß gezogen hatte, hatte auch so ähnliche Maschen.

Es ist absolut fatal kleinen Kindern Angst zu machen, wenn sie nicht artig waren. Bei mir war es die Geschichte von der bösen Felsenmeerhexe die nachts runter kommen würde und mich verschleppen würde, wenn ich nicht artig war. Hört sich für euch lustig an, ich kann heute auch darüber schmunzeln, trotzdem habe ich zwanzig Jahre danach davon geträumt.

Einer meiner entfernten Verwandten hat das Spiel mit der Angst auch ganz gut im Griff. Muskulös, brutal, Psycho und schon immer gewalttätig. Klar, dass man sich in jungen Jahren so dermaßen unterdrücken lässt. Bin ja auch nicht die Größte und die Stärkste.

In den Schulen fängt das ja schon an. Mutproben, die man lieber erfüllt, als Angst hinterher haben zu müssen, dem Mobbing ausgesetzt zu sein und mit den Folgen leben zu müssen.

Die Mutter droht ihrem Ehemann, wenn du das nicht tust, dann verlasse ich dich und nehm deine Kinder mit.

Kennt ihr bestimmt auch aus dem Bekanntenkreis, wenn’s mal Streß gibt und oder man sich von komischen Leutz getrennt hat.

Oft hört man dann, dass die Freundin Schuld ist und den ganzen Freundeskreis zerstört hätte. Kommt aber darauf an, mit was für Menschen man sich umgibt. Sind meine Freunde etwa frauenfeindlich, lügen, verheimlichen, lästern und hängen nur miteinander rum, weil sie sonst niemanden mehr haben? Da Frauen in meiner Generation einen nicht wirklich hohen Stellenwert haben, ist es nicht besonders leicht da für seinen Stand zu kämpfen.

Meine Meinung ist, wenn ich mit Jemanden Streß habe, dann sag ich es ihm dann wenn ich es für richtig halte, wie ich es für mich verantworten kann und erwarte das Mann sich wehrt und Stellung bezieht.

Aber warum muss ich es mir als Frau gefallen lassen, dass nicht persönlich zu klären, es geht ja um mich und beispielsweise mit meinem Partner klären zu wollen.

Warum?

Soll ich denn nun Angst bekommen, dass der Freundeskreis nun Bye sagt, wenn er sich nicht trennt oder was?

Ihr alle wart doch sicherlich mal in so einer ähnlichen Situation oder? Schule, Bekanntenkreis….

#esistsoeinfach

Seht ihr den Zusammenhang?

So ist es auch im Job, in den Medien und dem generellen Umfeld. Flüchtlinge, Krankheiten und fremde Kulturen, Terror, Krieg und Trump. Unsere gesamte Gesellschaft ist ein großflächiger Mob, der in Angst über den Planeten geschoben wird.

Angst ist scheiße und Angst kann einen beherrschen. Angst macht abhängig und machtlos. Man sagt nicht umsonst : man ist gelähmt vor Angst. Bewegungslos.

Angst sein Gesicht zu verlieren

  • Zukunfts und Existenzängste ( vielleicht weil die Schulnoten noch nie genügten und man nie auf Unterstützung hoffen konnte. )
  • Angst im Dunkeln
  • Angst vor dem krank werden und Schmerzen
  • Angst um das eigene Hab und Gut
  • Angst vor dem Unbekannten, selten lässt man sich aus der Komfortzone entlocken und wenn dann bricht die eigene kleine Welt zusammen
  • Versagensängste ( Gott sei dank, bin ich vor dieser Angst verschont geblieben… )
  • Höhenangst
  • Berührungsängste
  • Angst vor Spinnen
  • Angst alleine zu sein
  • Angst verlassen zu werden ( Deshalb lässt man sich auch auf manche Deals ein, bei denen man weiß, dass sie einem selber nicht gut tun )
  • Sozialphobien
  • Andere haben Angst vorm telefonieren
  • Manche sogar mit 20. Angst zu sterben
  • Angst nicht geliebt und anerkannt zu werden
  • Angst das es einem schlechter gehen könnte, als dem Nachbarn von nebenan. ( Habe mal einen Zeitungsbericht von Gaffern gelesen, weil es für mich komplett unverständlich ist, bei Unfällen oder Bürgerkriegsähnlichen Szenarien zuschauen zu wollen. Warum? Die Begründung eine ganz leichte: Faszination und die Gewissheit das es Menschen gibt, denen es viel schlechter geht als einem selber. )
  • Angst vor Konfrontation
  • Angst nicht geliebt zu werden
  • Angst nicht gesellschaftlich anerkannt zu werden
  • Angst anzuecken und nicht akzeptiert zu werden ( dann seit ihr halt komisch und Strange, aber man muss doch nicht alles benicken und bejahen, wenn mir morgens keine Haferflockensuppe schmeckt und der andere es liebt, ist es dann verboten zu sagen: nee, nicht mein Ding und find ich kotzeneklig? )
  • Angst vor Lug und Betrug
  • Und so weiter und so weiter….

Was wir nun gelernt haben, dass wir alle vor irgendetwas Angst haben. Jedem Menschen den wir begegnen hat Angst vor irgendwas und wenn nicht, empfinde ich das als strange und fast schon psychopathisch.

Niemand, absolut Niemand hast das Recht mit den Urängsten zu spielen und sie für sich ausnutzen. Hier liegt es an dem gesunden Menschenverstand, dass zu erkennen und für sich abzuwiegen, wie die Ängste von uns selber gehändelt und betrachtet werden. Gesund nachdenken, den Wahrheitsgehalt anschauen und die Konsequenzen abwägen.

Unsere Gesellschaft besteht aus Angst.

Jeder von uns hat Angst vor irgendwas, was vollkommen normal und menschlich ist. Man darf nur nicht vergessen, dass wir nicht nur aus Angst bestehen.

Ständig ist man auf der Hut, ständig hört man genau zu, um sich danach den Kopf zu zerbrechen, wie was und warum und wie der gegenüber das gemeint hatte.

Angst und Panikattaken sind auch unheimlich schwer zu beherrschen. Inzwischen traf ich viele Menschen, die unter solch krassen Angstzuständen leiden, dass sie sich mit Tabletten voll pumpen müssen und danach jahrelang auf einen Therapieplatz zu warten.

Jede Angst wurde bei mir durch kleine Traumatas und Erlebnisse aufgebaut und verankert. Es ist ja mehr als nervig, bewusst dagegen ankämpfen zu müssen, weil es unheimlich viel Energie und Zeit kostet.

Wenn man aber den puren Wille und Mut hat, kann man es schaffen ein halbwegs normales Leben zu führen. Angst macht das Leben schwer.

Ängste werden durch Druck aufgebaut. Leistungsdruck, Gesellschaftsdruck und vieles mehr.

Angst hat viele Gesichter. Die einen bekommen vom Arzt Medikamente verschrieben, andere verlassen nie wieder die Wohnung, andere flüchten sich in die Drogenwelt um zu vergessen und um sich zu desensibilisieren, widerum welche die sich in ihre Kunst flüchten oder so manch einer jederzeit dicke Eier zeigen zu muss, aus Angst als Sensibelchen dargestellt zu werden oder gar nicht akzeptiert zu werden. Nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung.

Gegen Die Angst anzukämpfen kann sogar Spaß machen, wenn man merkt, dass es hinterher alles halb so wild war und man seine eigenen kleinen Erfolge feiern kann.

Was mich am allermeisten nervt, dass man sich nicht fallen lassen kann oder einfach mal nicht benehmen muss und die gesellschaftliche Angst im Wege steht, sich ordentlich auszutoben und oder mal über die Stränge schlagen zu können, aus Angst danach dumm da zu stehen.

#Scham

Vorallem wissen wir ja gar nicht, was der gegenüber von uns denkt. Warum machen wir uns denn dann soviel Gedanken und Streß dadrüber? Ist doch scheißegal, was das Umfeld von einem denkt, tratscht und lästert. Seht es doch mal positiv. Spätestens dann weiß man sicher, dass das nicht das richtige Umfeld ist, wenn man sich permanent verstellen muss.

Es macht ja auch viel mehr Spaß zu schockieren, als schön artig auf dem Bürostuhl zu sitzen und seinen Cafe mit dem abgespreizten kleinen Finger zu trinken, und sich über Gucci und Prada zu unterhalten, als über Dinge die wirklich wichtig sind.

Mutig sein, Angst erkennen und ganz easy auseinander nehmen und anschauen warum man sich von Dingen, dem Umfeld oder Menschen Angst machen lässt. Einfach mal ausprobieren, ist nicht so schlimm alles….

#nehmtdochallemaldenStockausdemArsch

Biografie, häusliche Gewalt, Missbrauch, Leben

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